Marktgeschichten
Es begab sich auf der BRN 2018, dass mich ein Herr fragte, ob ich auf einem Ölbild eine Unterschrift fälschen könnte. Ich habe dankend abgelehnt.

Warum malst du die Neustadt?
Dresden bietet wirklich schöne Blicke, allerdings wurden diese auch schon von hunderten Künstler·innen festgehalten. Ich möchte neue Perspektiven und Bilder schaffen, fernab von den ausgetretenen Pfaden. Die Neustadt bietet mir mit ihren Altbaufassaden, ihren kleinen Geschichten und den belebten Straßen die perfekte Kulisse für meine Bilder. In diesem kleinen Dorf mitten in der Stadt trifft so ziemlich alles aufeinander. Genau diese Vielfalt, dieses bunte und meist friedliche Miteinander, schlägt einen Haken in meiner Fantasie und inspiriert mich Tag für Tag aufs Neue.

TAPE FUND
Dieser Bandcamp-Player wird erst nach deiner Zustimmung geladen.
Wie entstehen deine Bilder?
Die Ideen für ein Bild entstehen meist spontan: bei einem Kaffee, bei einem Gespräch oder beim Spazieren durch die Straßen. Meist habe ich mein Notizbuch dabei und halte die Grundidee darin in kurzen Zeilen fest. Danach beginnt der eigentliche Prozess, in dem ich das Bild in meinem Kopf immer weiter forme: Welche Straße will ich festhalten, welche Geschichte möchte ich erzählen und welche Emotion will ich ausdrücken?
Dies kann Tage oder Wochen in Anspruch nehmen. Skizzen entstehen dabei selten. Meist besuche ich den Ort mehrere Male und schaue, wie ich die Umgebung noch besser in das Bild integrieren kann. Dabei entstehen Referenzfotos, kleine Farbreferenzschnipsel und weitere Notizen.
Fühlt sich das Bild fertig und richtig an, bringe ich eine Bleistiftskizze zu Papier, in der ich nur noch sehr selten etwas ändere. Danach folgt in mehreren Aquarellschichten die Kolorierung, wobei ich ungewöhnlicherweise den Himmel als Letztes male. Dieser gibt meinen Bildern meist eine emotionale Rahmung. Ist er aufgewühlt, klar oder schwer von Regenwolken? Meist spiegelt er neben dem Wasser in den Bildern meine aktuellen Emotionen wider.

Warum tauchen auf so vielen deiner Bilder Frauen auf?
Lange Zeit fiel es mir leichter, Vertrauen zu Frauen als zu Männern aufzubauen. Viele von ihnen haben mich begleitet, geprägt und dabei geholfen, der Mensch zu werden, der ich heute bin.
Deshalb begegnen einem in meinen Bildern immer wieder Freundinnen oder Menschen, die mich auf irgendeine Weise fasziniert oder inspiriert haben. Oft stehen sie für mehr als nur eine einzelne Person, sie tragen Erinnerungen, Gefühle oder kleine Geschichten in sich.
Fertigst du auch Auftragsarbeiten an?
Ja, grundsätzlich schon. Allerdings muss die Idee zu uns beiden passen. Die schönsten Arbeiten entstehen dann, wenn du und ich eine gemeinsame Vorstellung entwickeln. Wenn ich merke, dass das nicht der Fall ist, lehne ich einen Auftrag lieber ab.
In den vergangenen Jahren sind so unter anderem Neustadt-Motive, Buchcover, Werbepostkarten, Etiketten für Tee und Honig sowie Veranstaltungsplakate entstanden.
Nazis im Haus
Unsere Nachbarn unter dem Dach hatten eine ziemlich fragwürdige politische Haltung. Jan Kosyk spielte deshalb den Song „Nazis im Haus“. Der Refrain wurde an diesem Abend besonders laut mitgesungen. Ob das Konzert auch ein Stockwerk tiefer angekommen ist, kann ich nicht sagen.












